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Salesforce Customizing: Der Admin-Guide für individuelle Anpassungen

Salesforce ist von Haus aus mächtig -- aber erst durch individuelles Customizing wird es zum perfekten Werkzeug für dein Unternehmen. In diesem Admin-Guide zeige ich dir die wichtigsten Stellschrauben, mit denen du Salesforce an deine Prozesse anpassen kannst: von Custom Objects und Fields über Page Layouts und Validation Rules bis hin zum Lightning App Builder und Flow Builder. Alles, was du als Salesforce Admin oder Entscheider wissen musst.

Customizing vs. Development: Der wichtige Unterschied

Bevor wir in die Details des Salesforce Customizing eintauchen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Customizing (auch Konfiguration genannt) und Custom Development zu verstehen. Diese Unterscheidung hat direkte Auswirkungen auf Kosten, Wartbarkeit und Flexibilität deiner Salesforce-Lösung.

Salesforce Customizing (Konfiguration) umfasst alle Anpassungen, die über die Salesforce-Oberfläche (Setup-Menü, Lightning App Builder, Flow Builder) vorgenommen werden, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Dazu gehören:

  • Erstellen von Custom Objects und Custom Fields
  • Anpassen von Page Layouts und Record Types
  • Einrichten von Validation Rules
  • Konfigurieren von Flows und Approval Processes
  • Anpassen von Lightning Pages mit dem App Builder
  • Erstellen von Reports und Dashboards
  • Einrichten von Permission Sets und Profiles

Custom Development hingegen erfordert Programmierkenntnisse und umfasst die Entwicklung mit Apex (Salesforces proprietäre Programmiersprache), Lightning Web Components (LWC), Visualforce oder SOQL. Development wird benötigt, wenn die deklarativen Konfigurationsmöglichkeiten nicht ausreichen -- etwa für komplexe Geschäftslogik, spezielle UI-Komponenten oder anspruchsvolle Integrationen.

Praxis-Tipp: Salesforce selbst empfiehlt den "Clicks not Code"-Ansatz: Nutze immer zuerst die deklarativen Konfigurationsmöglichkeiten (Customizing), bevor du auf Custom Development zurückgreifst. Konfigurationen sind einfacher zu warten, erfordern keine Entwickler-Expertise für Änderungen und werden bei Salesforce-Updates automatisch mitaktualisiert. Custom Code hingegen muss bei Updates manuell geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Für die meisten KMU lassen sich 80 bis 90 Prozent der Anforderungen durch Salesforce Customizing ohne Code abbilden. Das bedeutet: Ein erfahrener Salesforce Admin kann dein System individuell anpassen, ohne dass ein Developer eingebunden werden muss. Das spart Kosten und erhöht die Flexibilität.

Custom Objects und Custom Fields: Das Datenmodell anpassen

Das Fundament jeder Salesforce Konfiguration ist das Datenmodell. Salesforce bringt Standard-Objekte wie Account, Contact, Lead, Opportunity und Case mit. Doch jedes Unternehmen hat individuelle Datenanforderungen, die über die Standard-Objekte hinausgehen. Hier kommen Custom Objects und Custom Fields ins Spiel.

Custom Objects erstellen

Ein Custom Object ist eine eigene Datenbank-Tabelle in Salesforce, die du frei definieren kannst. Typische Beispiele für Custom Objects im KMU-Kontext:

  • Projekte: Zur Verwaltung von Kundenprojekten mit Meilensteinen, Budgets und Zuständigkeiten
  • Produkte/Dienstleistungen: Wenn der Standard-Produktkatalog nicht ausreicht
  • Verträge: Zur detaillierten Verwaltung von Kundenverträgen mit Laufzeiten und Konditionen
  • Standorte: Wenn Kunden mehrere Standorte haben, die separat verwaltet werden sollen
  • Reklamationen: Für ein strukturiertes Reklamationsmanagement
  • Schulungen: Zur Verwaltung von Trainings und Teilnehmern

Beim Erstellen eines Custom Objects in Salesforce definierst du den Objektnamen, das Label (wie es in der Oberfläche angezeigt wird), den Plural-Namen und verschiedene Optionen wie den Zugang zu Reports, Aktivitäten und Chatter-Feed. Anschliessend legst du die Felder und Beziehungen zu anderen Objekten fest.

Custom Fields: Individuelle Datenfelder anlegen

Custom Fields erweitern bestehende Standard- oder Custom Objects um zusätzliche Datenfelder. Salesforce bietet eine Vielzahl von Feldtypen:

  • Text und Text Area: Für Freitext-Eingaben unterschiedlicher Länge
  • Number, Currency, Percent: Für numerische Werte, Währungsbeträge und Prozentangaben
  • Date und Date/Time: Für Datums- und Zeitangaben
  • Picklist und Multi-Select Picklist: Auswahllisten mit vordefinierten Werten
  • Checkbox: Ja/Nein-Felder
  • Lookup und Master-Detail: Beziehungen zu anderen Objekten
  • Formula: Berechnete Felder, die automatisch Werte aus anderen Feldern ableiten
  • Roll-Up Summary: Aggregierte Werte aus verknüpften Datensätzen (nur bei Master-Detail-Beziehungen)
Praxis-Tipp: Plane dein Datenmodell sorgfältig, bevor du Custom Objects und Fields erstellst. Ein durchdachtes Datenmodell ist die Grundlage für saubere Reports, effiziente Automatisierungen und eine gute User Experience. Stelle dir bei jedem neuen Feld die Frage: Wird dieses Feld tatsächlich genutzt und gepflegt? Unnötige Felder verschlechtern die Übersichtlichkeit und die Datenqualität. Weniger ist oft mehr.

Beziehungen zwischen Objekten

Die Beziehungen zwischen Objekten sind ein zentrales Element der Salesforce Konfiguration. Es gibt zwei Haupttypen:

  • Lookup Relationship: Eine lose Verknüpfung zwischen zwei Objekten. Der verknüpfte Datensatz kann gelöscht werden, ohne den anderen zu beeinflussen. Beispiel: Ein Projekt ist einem Account zugeordnet.
  • Master-Detail Relationship: Eine enge Verknüpfung, bei der das Detail-Objekt vom Master-Objekt abhängig ist. Wird der Master gelöscht, werden auch die Detail-Datensätze gelöscht. Vorteil: Roll-Up Summary Fields sind möglich. Beispiel: Projektphasen gehören zu einem Projekt.

Für KMU-Szenarien empfehle ich, mit Lookup Relationships zu starten und nur dann Master-Detail zu verwenden, wenn du Roll-Up Summary Fields benötigst oder eine enge Abhängigkeit zwischen den Objekten darstellen willst. Lookup Relationships bieten mehr Flexibilität und lassen sich später bei Bedarf in Master-Detail umwandeln.

Page Layouts und Record Types: Die Benutzeroberfläche gestalten

Nachdem das Datenmodell steht, geht es an die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Page Layouts und Record Types sind die wichtigsten Werkzeuge, um zu steuern, welche Felder, Buttons und Related Lists die User auf einem Datensatz sehen.

Page Layouts konfigurieren

Ein Page Layout definiert die Anordnung und Sichtbarkeit von Feldern, Sections, Related Lists und Buttons auf einer Datensatzseite. Als Salesforce Admin kannst du:

  • Felder in logische Abschnitte (Sections) gruppieren
  • Pflichtfelder und Nur-Lese-Felder definieren
  • Die Reihenfolge der Felder und Abschnitte festlegen
  • Related Lists (verknüpfte Datensätze) hinzufügen oder entfernen
  • Custom Buttons und Actions platzieren
  • Quick Actions für häufige Aktionen einrichten

Ein gut gestaltetes Page Layout zeigt den Usern genau die Informationen, die sie für ihre Arbeit brauchen -- nicht mehr und nicht weniger. Überladene Layouts mit Dutzenden von Feldern führen dazu, dass User Informationen übersehen und die Datenqualität leidet.

Record Types für unterschiedliche Prozesse

Record Types ermöglichen es, für dasselbe Objekt verschiedene Konfigurationen bereitzustellen -- je nachdem, um welchen Typ von Datensatz es sich handelt. Typische Anwendungsfälle:

  • Opportunities: Unterschiedliche Record Types für Neukundengeschäft, Upselling und Renewal -- jeweils mit eigenen Feldern, Layouts und Sales Stages
  • Cases: Record Types für Support-Anfragen, Reklamationen und Feature-Requests -- mit jeweils angepassten Formularen und Prozessen
  • Accounts: Unterscheidung zwischen Kunden, Interessenten und Partnern

Jeder Record Type kann ein eigenes Page Layout, eigene Picklist-Werte und eigene Business Processes haben. So kannst du ein einzelnes Objekt für verschiedene Geschäftsprozesse nutzen, ohne für jeden Prozess ein separates Custom Object anlegen zu müssen.

Validation Rules: Datenqualität sicherstellen

Validation Rules sind eines der mächtigsten Werkzeuge für die Datenqualität in Salesforce. Sie prüfen beim Speichern eines Datensatzes, ob bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und verhindern das Speichern, wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden. So stellst du sicher, dass nur saubere und vollständige Daten in dein System gelangen.

Typische Validation Rules für KMU

  • Pflichtfelder je nach Stage: Wenn eine Opportunity in die Phase "Angebot erstellt" wechselt, muss ein Angebotsbetrag eingetragen sein
  • Formatprüfungen: Telefonnummern müssen einem bestimmten Format entsprechen, PLZ muss fünfstellig sein
  • Logische Prüfungen: Das Enddatum eines Vertrags darf nicht vor dem Startdatum liegen
  • Bereichsprüfungen: Ein Rabatt darf nicht mehr als 30 Prozent betragen (ohne Genehmigung)
  • Abhängigkeitsregeln: Wenn ein bestimmter Produkttyp ausgewählt wird, muss eine zugehörige Kategorie angegeben werden

Validation Rules verwenden Salesforce-Formeln, um die Bedingungen zu definieren. Die Formelsprache ist mächtig und erlaubt komplexe Logik mit AND, OR, IF, CASE und vielen anderen Funktionen. Als Salesforce Admin brauchst du ein grundlegendes Verständnis der Formelsprache, um effektive Validation Rules zu erstellen.

Praxis-Tipp: Weniger ist mehr bei Validation Rules. Zu viele oder zu strenge Regeln frustrieren die User und führen dazu, dass sie Workarounds suchen oder das System meiden. Starte mit den wirklich kritischen Regeln und erweitere sie schrittweise. Teste jede neue Validation Rule mit deinen Key-Usern, bevor du sie produktiv schaltest. Eine gute Fehlermeldung ist dabei genauso wichtig wie die Regel selbst -- erkläre dem User, was falsch ist und was er tun soll.

Lightning App Builder: Seiten individuell gestalten

Der Lightning App Builder ist das zentrale Werkzeug, um die Salesforce-Oberfläche für Lightning Experience individuell zu gestalten. Mit diesem Drag-and-Drop-Editor kannst du Lightning-Seiten erstellen und anpassen, ohne Code schreiben zu müssen.

Was du mit dem Lightning App Builder machen kannst

  • Record Pages: Die Detailseite einzelner Datensätze individuell gestalten -- Spalten-Layout, Tabs, Komponenten und Widgets frei anordnen
  • App Pages: Eigene Anwendungsseiten mit Dashboards, Listen und Inhalten zusammenstellen
  • Home Pages: Die Startseite für verschiedene Benutzergruppen individuell konfigurieren

Im Lightning App Builder stehen dir zahlreiche Standard-Komponenten zur Verfügung:

  • Record Detail (Feldanzeige des Datensatzes)
  • Related Lists (verknüpfte Datensätze)
  • Chatter Feed (Kommentare und Aktivitäten)
  • Report Chart (eingebettete Diagramme aus Reports)
  • Rich Text (statische Texte, Anleitungen, Hinweise)
  • Flow (eingebettete automatisierte Prozesse)
  • Path (visuelle Darstellung von Prozess-Stages)
  • Highlights Panel (wichtige Felder auf einen Blick)

Zusätzlich kannst du über den AppExchange fertige Lightning-Komponenten installieren oder bei Bedarf Custom Components entwickeln lassen. Für die meisten Salesforce Konfigurationen im KMU-Umfeld reichen die Standard-Komponenten aber vollkommen aus.

Dynamic Forms und Dynamic Actions

Seit einigen Releases bietet Salesforce Dynamic Forms und Dynamic Actions, die das Customizing auf eine neue Ebene heben:

  • Dynamic Forms: Ermöglichen es, einzelne Felder und Sections auf einer Lightning Page konditional ein- und auszublenden -- basierend auf dem Wert anderer Felder, dem Record Type oder dem User-Profil. So siehst du nur die Felder, die im aktuellen Kontext relevant sind.
  • Dynamic Actions: Ermöglichen es, Buttons und Actions konditional anzuzeigen -- ein "Rechnung erstellen"-Button erscheint nur, wenn die Opportunity gewonnen wurde.

Dynamic Forms und Dynamic Actions machen die Salesforce-Oberfläche deutlich aufgeräumter und benutzerfreundlicher. Als Salesforce Admin solltest du diese Features unbedingt kennen und einsetzen.

Permission Sets und Profiles: Berechtigungen steuern

Das Berechtigungskonzept ist ein kritischer Aspekt der Salesforce Konfiguration. Es steuert, wer welche Daten sehen und bearbeiten darf, welche Funktionen verfügbar sind und welche Aktionen ausgeführt werden können.

Profiles

Jeder User in Salesforce hat genau ein Profile, das die Basis-Berechtigungen definiert. Best Practice ist es, Profiles möglichst restriktiv zu halten und nur die unbedingt notwendigen Berechtigungen zu vergeben. Typische Profile-Konfigurationen:

  • Object-Level Security: Welche Objekte kann der User sehen und bearbeiten?
  • Field-Level Security: Welche Felder sind sichtbar und bearbeitbar?
  • Login-Beschränkungen: Wann und von wo kann sich der User einloggen?
  • Tab-Sichtbarkeit: Welche Tabs werden in der Navigation angezeigt?
  • App-Zugang: Auf welche Lightning-Apps hat der User Zugriff?

Permission Sets

Permission Sets ergänzen die Berechtigungen des Profiles und ermöglichen eine granulare Steuerung. Der grosse Vorteil: Du kannst einem User mehrere Permission Sets zuweisen und so Berechtigungen flexibel kombinieren. Salesforce empfiehlt die Verwendung von Permission Sets statt Profiles für die Steuerung von Berechtigungen.

Typische Permission Sets im KMU-Kontext:

  • Salesforce Admin: Erweiterte Admin-Rechte für den internen System-Admin
  • Report Export: Berechtigung zum Exportieren von Reports (nur für bestimmte User)
  • API Access: Zugang zur Salesforce API für Integrationsuser
  • Marketing Tools: Zugang zu Kampagnen und Marketing-Features
  • Approval Authority: Berechtigung zur Genehmigung von Rabatten oder Aufträgen
Praxis-Tipp: Nutze Permission Set Groups, um mehrere Permission Sets zu bündeln und als Paket an User zuzuweisen. Das vereinfacht die Verwaltung erheblich. Beispiel: Du erstellst eine Permission Set Group "Vertriebsleiter", die die Permission Sets "Report Export", "Approval Authority" und "Forecast Management" enthält. Neuen Vertriebsleitern weist du dann nur die Gruppe zu statt jedes Permission Set einzeln.

Custom Reports und Dashboards: Daten sichtbar machen

Reports und Dashboards gehören zu den wertvollsten Salesforce-Funktionen für Entscheider. Sie verwandeln Rohdaten in aussagekräftige Informationen, die fundierte Geschäftsentscheidungen ermöglichen. Als Salesforce Admin solltest du die Report- und Dashboard-Erstellung beherrschen.

Report-Typen und -Formate

Salesforce bietet vier Report-Formate:

  • Tabular: Einfache Tabellen-Darstellung -- ideal für Listen und Exports
  • Summary: Gruppierte Darstellung mit Summen und Zwischensummen -- der häufigste Report-Typ
  • Matrix: Kreuz-Tabellen mit Gruppierungen in Zeilen und Spalten -- ideal für Vergleiche
  • Joined: Kombiniert mehrere Report-Blöcke in einem einzigen Report -- für komplexe Analysen

Für Custom Objects und spezielle Datenanforderungen kannst du Custom Report Types erstellen, die definieren, welche Objekte und Beziehungen in einem Report zur Verfügung stehen. So können deine User auch über Custom Objects aussagekräftige Reports bauen.

Dashboards erstellen

Dashboards visualisieren Report-Daten in Form von Diagrammen, Tabellen, Kennzahlen und Gauges. Ein gut gestaltetes Dashboard gibt Führungskräften auf einen Blick die wichtigsten KPIs. Typische Dashboard-Komponenten für KMU:

  • Pipeline-Übersicht: Opportunities nach Stage und Wert
  • Umsatz-Forecast: Erwarteter Umsatz nach Monat oder Quartal
  • Lead-Conversion: Wie viele Leads werden zu Opportunities?
  • Offene Cases: Kundenservice-Tickets nach Status und Priorität
  • Vertriebsaktivitäten: Anrufe, E-Mails und Meetings pro Vertriebsmitarbeiter
  • Win Rate: Gewinnquote nach Vertriebsmitarbeiter oder Produkt

Flow Builder: Prozesse automatisieren ohne Code

Der Flow Builder ist das mächtigste Automatisierungswerkzeug in Salesforce und ein zentrales Element der Salesforce Konfiguration. Mit ihm kannst du komplexe Geschäftsprozesse automatisieren, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Was der Flow Builder kann

  • Record-Triggered Flows: Werden automatisch ausgelöst, wenn ein Datensatz erstellt, aktualisiert oder gelöscht wird. Beispiel: Wenn ein Lead konvertiert wird, wird automatisch eine Willkommens-E-Mail gesendet.
  • Screen Flows: Geführte Prozesse mit Benutzeroberfläche. Beispiel: Ein Wizard, der Vertriebsmitarbeiter durch die Erstellung eines neuen Opportunities führt und dabei alle Pflichtdaten abfragt.
  • Scheduled Flows: Werden zeitgesteuert ausgeführt. Beispiel: Jeden Montag werden alle überfälligen Tasks eskaliert.
  • Autolaunched Flows: Werden von anderen Prozessen oder per API aufgerufen. Beispiel: Ein Flow, der Daten validiert und aufbereitet, bevor sie an ein externes System gesendet werden.

Typische Flow-Anwendungen für KMU

  • Automatische Benachrichtigungen: E-Mails oder Slack-Nachrichten bei bestimmten Ereignissen (z.B. neue Opportunity über 10.000 Euro)
  • Datenaktualisierung: Automatisches Setzen von Feldwerten basierend auf anderen Feldern oder Aktionen
  • Genehmigungsprozesse: Automatische Weiterleitung von Rabatten oder Aufträgen an den zuständigen Genehmiger
  • Lead-Zuweisung: Automatische Verteilung eingehender Leads an Vertriebsmitarbeiter nach definierten Regeln
  • Case-Eskalation: Automatische Eskalation von Support-Tickets, die nicht innerhalb der SLA-Zeit bearbeitet wurden
  • Datenbereinigung: Automatisches Formatieren von Telefonnummern, Adressen oder E-Mail-Adressen bei der Eingabe
Praxis-Tipp: Beginne mit einfachen Flows und steigere die Komplexität schrittweise. Teste jeden Flow gründlich in einer Sandbox-Umgebung, bevor du ihn produktiv schaltest. Dokumentiere deine Flows -- was löst den Flow aus, was macht er, welche Ausnahmen gibt es? Ohne Dokumentation wird die Wartung komplexer Flows schnell zum Albtraum, besonders wenn die Person, die den Flow erstellt hat, nicht mehr verfügbar ist.

Best Practices für Salesforce Customizing

Basierend auf meiner Erfahrung als Digitalisierungsberater für KMU habe ich folgende Best Practices für Salesforce individuelle Anpassungen zusammengestellt:

1. Immer mit den Prozessen starten

Passe Salesforce an deine Prozesse an -- nicht umgekehrt. Bevor du Custom Objects, Fields oder Flows erstellst, definiere klar, welchen Geschäftsprozess du abbilden möchtest. Technologie sollte Prozesse unterstützen, nicht definieren.

2. Standard-Funktionen zuerst nutzen

Salesforce bringt eine riesige Menge an Standardfunktionalität mit. Prüfe immer zuerst, ob dein Bedarf mit Standardfunktionen abgedeckt werden kann, bevor du Custom Solutions baust. Standard-Funktionen sind besser getestet, besser dokumentiert und wartungsärmer.

3. Naming Conventions einhalten

Verwende konsistente Namenskonventionen für Custom Objects, Fields, Flows und alle anderen Konfigurationselemente. Beispiel: Custom Fields bekommen ein Präfix, das den Kontext anzeigt (z.B. "Sales_Region__c", "Support_Priority__c"). Das erleichtert die Übersicht und Wartung enorm.

4. In der Sandbox konfigurieren

Nimm niemals Änderungen direkt in der Produktivumgebung vor. Konfiguriere und teste immer in einer Sandbox und übertrage die Änderungen dann per Change Set oder Salesforce CLI in die Produktion. So vermeidest du Ausfälle und Fehler im laufenden Betrieb.

5. Dokumentation pflegen

Dokumentiere jede wesentliche Konfiguration: Was wurde warum erstellt? Welche Abhängigkeiten gibt es? Wer ist verantwortlich? Eine gute Dokumentation ist Gold wert, wenn du oder ein anderer Admin Monate später Änderungen vornehmen musst.

6. User-Feedback einholen

Die besten Salesforce-Konfigurationen entstehen im Dialog mit den Anwendern. Hole regelmässig Feedback ein: Welche Felder werden nicht genutzt? Welche Informationen fehlen? Wo gibt es Reibungspunkte? User-Feedback ist der beste Indikator dafür, wo Optimierungsbedarf besteht.

7. Regelmässig aufräumen

Salesforce-Instanzen neigen dazu, über die Zeit "zuzuwachsen" -- mit ungenutzten Feldern, verwaisten Flows und veralteten Reports. Plane regelmässige Aufräumaktionen ein, bei denen du ungenutzte Konfigurationselemente identifizierst und entfernst. Der Salesforce Optimizer ist ein nützliches Werkzeug dafür.

Häufige Fehler beim Salesforce Customizing

Zum Abschluss möchte ich die häufigsten Fehler benennen, die mir bei der Salesforce Konfiguration in KMU-Projekten begegnen:

  • Zu viele Custom Fields: Jedes nicht genutzte Feld verschlechtert die Übersichtlichkeit und die Datenqualität. Erstelle nur Felder, die tatsächlich gebraucht und gepflegt werden.
  • Fehlende Validation Rules: Ohne Validation Rules landen inkonsistente und unvollständige Daten im System. Das macht Reports unzuverlässig und Automatisierungen fehleranfällig.
  • Überkomplexe Flows: Flows, die versuchen, zu viel auf einmal zu machen, sind schwer zu debuggen und zu warten. Teile komplexe Logik in mehrere einfache Flows auf.
  • Fehlende Namenskonventionen: Ohne konsistente Benennung wird die Salesforce-Instanz schnell unübersichtlich. Jeder Admin benennt Dinge anders und niemand findet sich zurecht.
  • Berechtigungen zu grosszügig: Wenn jeder alles sehen und bearbeiten kann, ist das ein Sicherheitsrisiko und führt zu versehentlichen Datenänderungen. Folge dem Prinzip der minimalen Berechtigung.
  • Direkte Änderungen in der Produktion: Ohne Sandbox-Umgebung und Change Management riskierst du, das laufende System zu beschädigen. Immer zuerst in der Sandbox testen.
  • Fehlende Dokumentation: Ohne Dokumentation ist die Wartung und Weiterentwicklung des Systems ein Ratespiel. Investiere die Zeit in eine gute Dokumentation -- sie zahlt sich mehrfach aus.

Fazit: Salesforce Customizing als Schlüssel zum CRM-Erfolg

Salesforce Customizing ist der Schlüssel, um aus einer mächtigen Plattform das perfekte CRM für dein Unternehmen zu machen. Mit Custom Objects, Page Layouts, Validation Rules, dem Lightning App Builder und dem Flow Builder stehen dir leistungsstarke Werkzeuge zur Verfügung, die keine Programmierkenntnisse erfordern.

Der Erfolg steht und fällt mit einem durchdachten Ansatz: Starte mit den Prozessen, nutze Standard-Funktionen, konfiguriere sauber und dokumentiert, und hole regelmässig Feedback von deinen Usern ein. Mit diesen Best Practices wird dein Salesforce-System zu einem Werkzeug, das dein Team begeistert und echten Geschäftswert liefert.

Ob du das Salesforce Customizing selbst in die Hand nimmst oder einen erfahrenen Salesforce Admin hinzuziehst -- die Investition in eine individuelle Konfiguration lohnt sich. Denn ein CRM-System, das genau zu deinen Prozessen passt, wird von deinem Team genutzt und liefert die Daten und Automatisierungen, die dein Unternehmen voranbringen.

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